DiLi-Tech

Alte Röhrenradios

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Aktuell gibt es 3 alte Radios in dieser Abteilung:


Telefunken Jubilate 9

Bei "Jubilate 9" handelt es sich um ein Röhrenradio, das 1958/59 in Deutschland auf den Markt kam. Eines Tages kam meine Frau mit dem Ding an: sie hatte es auf einem Flohmarkt entdeckt und sofort an ihren Liebsten gedacht. Also gekauft und gehofft, dass es seinen Preis (38 Euro) auch Wert ist. Der Käufer hatte versichert, es liefe noch.

Ganz schön mutig muss der gewesen sein. Ich war es nicht und habe daher zunächst überprüft, ob Ladekondensator und Gleichrichter (Selen: gleich-riecht-er) noch in Ordnung sind und mir nicht beim Einschalten um die Ohren fliegen. Nach fast 50 Jahren kann man nicht davon ausgehen, dass alles OK ist. Aber erst einmal die zentimeterdicke Staubschicht entfernt.

Es war erstaunlicher Weise OK: das Radio lief nach dem ersten Einschalten auf Mittelwelle (nachdem ich die Röhren nacheinander wieder eingesetzt hatte). Der Tastensatz hatte Kontaktprobleme, die Knöpfe waren schwergängig, es waren nur wenige Sender hörbar; UKW ging nicht.

Also den Tastensatz unzählige Male drücken, damit es wieder Kontakt gibt. Das hat auch tatsächlich - ohne chemische Hilfe - gereicht. Inzwischen ist er wie neu! UKW ging auch wieder - etwas. Tatsächlich hat zur vollständigen Wiederherstellung ausgereicht, lediglich die ZF-Filter und Vorkreise neu abzustimmen (es war etwas Fummelei, die Wachssicherungspfropfen aus den Spulensätzen zu entfernen). Alle Originalbauteile funktionieren und nichts wurde ersetzt! Die Empfindlichkeit ist erstaunlich gut und kann locker mit modernen Chipgräbern mithalten; auch auf UKW. Da kommt NDR 2 rauschfrei, was bei uns nicht selbstverständlich ist.

Hier einige Impressionen:

Fig. 1 

Fig. 2: Stimmungsvoll bei gedämpftem Licht

Fig. 3 

Fig. 4: Rückseite

Fig. 5: Innereien

Fig. 6 

Fig. 7: Blick auf die Vorkreis- und Oszillatorspulen für LW + MW; Blick auf die Bandfilter

Fig. 8: Ferritantenne, Drehko, links daneben das UKW-Teil, im Vordergrund links der Gleichrichter

Fig. 9: Blick auf die EL84-Endstufe, auf Netztrafo und Ausgangsübertrager

Fig. 10: Blick von oben: Jubilate 9 war eines der ersten Geräte mit gedruckter Schaltung

Fig. 11: In den Bandfiltern sind die Abgleichkerne freigelegt und wieder sichtbar

Fig. 12: Unterseite

Fig. 13: Blick von links: UKW-Teil mit induktiver Abstimmung

Fig. 14: Blick von rechts: Netztrafo

Fig. 15: Das gehörte damals zur guten Tradition: in einem Tütchen...

Fig. 16: ...war das Schaltbild beigelegt

Das Schaltbild hier lesbar als pdf-Dokument.



Loewe-Opta Truxa

Ich habe dann noch ein weiteres Rohrenradio. Ein Loewe-Opta Truxa 42054:

Fig. 17: Das Truxa ist ein 4-Wellen-Super der etwas "moderneren" Art

Fig. 18: Truxa lässt Rundungen und Zierrahmen vermissen. Baujahr ist so um 1964

Fig. 19: Rückseite: wie gehabt. Mit DIN-Eingängen für TA (Tonabnehmer = Plattenspieler) und Tonbandgerät. Ausgang für zusätzlichen ext. Lautsprecher

Fig. 20: Das Innenleben; auch ohne große Überraschungen

Genau solch ein Radio haben meine Eltern so um 1964 als Küchenradio erstanden. Ich kann mich gut erinnern, wie wir damals damit Radio Luxemburg auf Mittelwelle gehört haben. Einige Minuten nach dem Einschalten musste nachgestimmt werden, weil sich infolge der Erwärmung die Frequenz verstellt hatte...

Später wurde dann nur noch UKW gehört; noch etwas später wurde das Radio durch ein Transistor-Kofferradio ersetzt: ITT-Schaub-Lorenz Golf. Und ich durfte das Truxa zur Bauteilegewinnung auseinander nehmen. Den Netztrafo habe ich seinerzeit für einen selbstgebauten Röhrenverstärker (EL84) verwendet. Den Trafo habe ich heute noch (!).

Dieses Truxa habe ich günstig ersteigert. Leider nicht aus einem Nichtraucherhaushalt, ob es Haustiere gab, weiß ich nicht. Es hat mich einige Mühe gekostet, den brauen Nikotinschmier zu entfernen. Bei den Kontaktsätzen ist das nicht so gut gelungen: die Tasten krachen ganz schön. Empfang ist aber auf allen Wellen möglich.

Ein Schaltbild für das Truxa habe ich nicht gefunden, aber eine Bedienungsanleitung.



Philips Pallas Stereo

Das nächste Röhrenradio habe ich von meinem Freund Winnie geschenkt bekommen. Es ist ein Radio von Philips: Pallas Stereo.

Fig. 21: Philips Pallas Stereo von vorne

Fig. 22: Rückwand. Das Pallas hat keine eingebaute UKW-Antenne

Fig. 23: Die Innereien. Die beiden Breitband-Lautsprecher (600 OHM !!!) haben einen leidlich guten Klang

Fig. 24: Der "dran gefummelte" Stereo-Dekoder ist voll transistorisiert. Die Huckepack-Platine oben enthält eine Kippstufe mit 2x OC75, die die Stereo-Lampe steuert

Die genaue Bezeichnung des Radios lautet: B5X43A. Dieses Radio ist schon spannend. Es ist eine seltsame Mischung von alt und neu:

  • alt: der komplette Empfängerstrang ist halbleiterfrei. Nicht eine (1) Halbleiterdiode, statt dessen Röhren, z.B. EAA91! Selbst der Gleichrichter ist eine Röhre... Die Verdrahtung ist auf altmodische und sehr arbeitsintensive Weise auf Lötstützpunkten ausgeführt: keine Leiterplatte im Empfangszug! Im Vergleich dazu waren Truxa und insbesondere Jubilate 9 mit ihren "gedruckten Schaltungen" richtig fortschrittlich.
  • neu: der Stereodekoder ist voll transistorisiert. Natürlich auf Leiterplatte. Vermutlich wurde der Dekoder von einer Fremdfirma zugekauft...

Das Radio wurde zwischen 1964 und 1965 gebaut. Die beiden Ton-Ausgangsübertrager sind winzig. Die beiden EL84 leisten lediglich 2x 3 Watt. Da hätte auch 2x EL95 gereicht. Die Lautsprecher haben eine Impedanz von 600 Ohm !!! Seltsam.

Das Service-Manual gibt es hier als pdf-Dokument.

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