Retro-Radio

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Das sollte ein ganz schnelles Wochenendprojekt werden...

Ich bin durch Zufall auf ein Radio zum Selberbauen gestoßen: das Retro-Radio von Franzis zum 60-jährigen Geburtstag des Verlages. Es handelt sich dabei um die moderne Variante eines Detektorempfängers. Ein kleiner Chip (TA7642, Nachfolger des MK484, Nachfolger des ZN414...) macht das Teil einigermaßen empfindlich.

Bei Conrad gibt es den Radiobausatz zum günstigen Preis von 9,95 Euro. Sehen und Bestellen war angesagt. Der Empfang ist nicht schlecht, aber nicht gut genug. Es geistern durchs Internet unzählige Verbesserungsvorschläge zu diesem Radio. Da wollte ich mitmachen...

Also: andere (längere) Ferritantenne und Rückkopplung einbauen. Hier dazu meine Schaltung. Im oberen Teil des Blattes die Originalschaltung, darunter meine Modifikation. So muss sich ein Volksempfänger angefühlt und angehört haben. Die Empfindlichkeit steigert sich enorm, die Trennschärfe auch. Der Rückkopplungseinsatz ist weich und über das ganze Mittelwellenband relativ konstant. Damit könnte man zufrieden sein, wäre da nicht...

  • die Lautstärke ist gering (was will man auch mehr von der Minischaltung erwarten)
  • die Weitabselektion lässt stark zu wünschen übrig. Ich wohne im Nahbereich des Mittelwellensenders Deutschlandfunk (549 KHz). Der Sender strahlt mit 100KW vom Standort Nordkirchen. Und ich wohne in ca. 25 Km Luftentfernung. Folge: - ja richtig - dieser Sender ist über das ganze Band hörbar. Nur Nachts wird er von den anderen - dann stärkeren Sendern - übertönt.

Also war eine Radikalkur angesagt: ein Superhet muss her. Zunächst wollte ich einen NE612 als Oszillator und Mischstufe verwenden. Danach sollte der (vorhandene) TA7642 die ZF-Verstärkung und Demodulation übernehmen. Schließlich der LM386 für den Lautstärkegewinn. Dann fand ich in meinen Bastelkisten einen TCA440 (ein guter Bekannter: DRM-Extender) und konnte nicht widerstehen. Damit habe ich es versucht. War denn doch nicht ganz so einfach, wie die Theorie vermuten lässt. Der Teufel sitzt im Detail.

Mit dem Original-Drehkondensator des Retro-Radios (2 gleich große Kondensatorpakete) hatte ich enorme Probleme, einen vernünftigen Gleichlauf zwischen Vorkreis (Ferritantenne) und Oszillator hinzubekommen. Letztendlich habe ich einen Drehko aus einer 6-Transistor-Radio-Platine (ohne Gehäuse - hatte ich vor Jahren ausgeschlachtet...) und die Oszillatorspule (rot) aus eben demselben Empfänger verwendet. Damit bekam ich die Probleme in den Griff, nachdem ich den Oszillator extern mit eigenem Transistor aufgebaut hatte (der TCA440-interne Oszillator weist eine hohe Eingangskapazität auf, sodass das obere Bandende nicht erreicht wurde).

Im Versuchsaufbau hatte zunächst alles prima geklappt - in der Zielschaltung pfiff und knartschte dann alles (Lautstärke-abhängig!). Irgendwann kam ich dahinter, dass ZF-Reste hinter dem Demodulator vom LM386 mitverstärkt und irgendwo wieder eingekoppelt wurden. Also: den NF-Verstärker umkonstruieren und nun: perfekt! Na gut, so gut wie mein Sony-Weltempfänger "ICF-2001D" ist er nicht (der ist auf MW nicht zu schlagen) - auch nicht so gut wie mein FRG-7 oder der Oldie Jubilate. Hier das endgültige Schaltbild des fertigen Superheterodyn-Empfängers.

Hier folgen nun einige Impressionen vom Empfänger. Zunächst die Rückkopplungsversion, dann der Superhet.

Fig. 1: Ich habe einen Tandemknopf verwendet - das "Gehäuse" sollte möglichst unverändert bleiben

Fig. 2: Oben Lautstärke (wozu eigentlich?) und darunter die Rückkopplung

Fig. 3: Die Innereien mit neuer Ferittantenne und Rückkopplungsschaltung

Fig. 4: Nahaufnahme der Entdämpferschaltung ("Q-Multiplier")

Fig. 5: Erste Versuchsaufbauten des Superhets

Fig. 6 

Fig. 7: So sieht das fertige Radio aus (von "Retro" ist nur noch das Gehäuse geblieben; es wurde ein empfindlicheres Feldstärkeinstrument eingebaut)

Fig. 8: Gesamtüberblick (ich habe einen anderen Lautsprecher genommen: mit dem original 32-Ohm-Lausprecher wäre es sonst nichts mit dem Lautstärkegewinn geworden; alles in bewährter "ugly construction" -Bauweise)

Fig. 9: Von links nach rechts: Oszillator...

Fig. 10: ...Mischer, ZF-Verstärker und Demodulation...

Fig. 11: ...und schließlich der NF-Verstärker (250 mW)

(wird nicht fortgesetzt)

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